Frau in Pullover und Decke hält eine Kerze in einer kalten Wohnung
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Wohnung warm halten bei Stromausfall: ein Raum, Decken, Katalytofen und die Regeln, die Leben retten

Wie dieses Projekt und seine Beitragsbilder entstehen

Wohnung warm halten bei Stromausfall ist im Winter die Frage, die noch vor dem Essen kommt: Ohne Strom läuft in fast jedem Haus auch die Gas- oder Ölheizung nicht, weil Pumpe, Steuerung und Zündung Strom brauchen. Nach 24 Stunden hat eine normale Wohnung zehn bis zwölf Grad, nach zwei Tagen im Januar einstellige Werte. Dieser Ratgeber zeigt, wie schnell eine Wohnung auskühlt, wie man mit einem Raum, Decken, Kleidung und warmen Getränken drei Tage gut durchkommt, welche Notheizungen in Innenräumen wirklich zulässig sind und welche jedes Jahr Menschen das Leben kosten. Er ergänzt unseren Ratgeber zur Stromausfall-Vorsorge und den zum CO-Melder.

Wie schnell eine Wohnung auskühlt

Wie schnell es kalt wird, hängt von drei Dingen ab: Außentemperatur, Dämmung und Lage der Wohnung. Ein Altbau mit Einfachverglasung und Außenwänden auf drei Seiten verliert bei minus fünf Grad etwa ein Grad pro Stunde; ein gedämmter Neubau mit Nachbarn über, unter und neben sich verliert ein Grad in drei bis vier Stunden. Die Tabelle zeigt typische Verläufe ohne jede Gegenmaßnahme, ausgehend von 21 Grad Raumtemperatur und minus fünf Grad draußen.

GebäudeNach 6 StundenNach 24 StundenNach 48 StundenNach 72 Stunden
Altbau, ungedämmt, Einfachglas, Eckwohnung15 °C7 °C3 °C1 °C
Bestandsbau 1970–1995, Doppelglas17 °C11 °C7 °C5 °C
Neubau nach 2010, gedämmt, Mittelwohnung19 °C15 °C12 °C10 °C
Einfamilienhaus, frei stehend, Bestand16 °C9 °C5 °C3 °C

Die Zahlen zeigen zwei Dinge. Erstens: In den ersten sechs Stunden passiert wenig, und das ist die Zeit, in der man vorbereitet, statt zu warten. Zweitens: Unter zehn Grad wird es nach ein bis zwei Tagen ungemütlich, aber nicht gefährlich, solange man trocken bleibt, isst, trinkt und schläft. Gefährlich wird Kälte in der Wohnung für Säuglinge, Senioren und Kranke, und gefährlich wird sie durch die Fehler, die Menschen beim Heizen machen.

Die Strategie: ein Raum, nicht die Wohnung

Niemand kann eine ganze Wohnung ohne Strom warm halten. Ein Raum geht. Die Familie zieht in das Zimmer, das am wenigsten Wärme verliert, und macht daraus für die Dauer des Ausfalls Wohn-, Ess- und Schlafzimmer. Die Auswahl:

  • Klein statt groß. Ein Raum von 12 bis 16 Quadratmetern wird allein durch die Körperwärme von vier Personen (zusammen rund 400 Watt) und ein paar Kerzen spürbar wärmer als der Rest der Wohnung.
  • Wenig Außenwand, wenig Fenster. Ein Zimmer in der Mitte der Wohnung mit einer Außenwand ist besser als das große Wohnzimmer mit Fensterfront. Südseite, wenn es die Wahl gibt: Wintersonne bringt am Tag mehrere Grad.
  • Nicht das Bad, nicht die Küche. Fliesen und Steinböden fühlen sich kälter an und speichern die Kälte.
  • Türen zu. Alle übrigen Räume bleiben geschlossen; sie sind Pufferzonen, die den Wärmeverlust des bewohnten Raums bremsen.

Im gewählten Raum wird dann alles getan, was Wärme hält: Vorhänge zu, Decken oder Isomatten vor die Fenster, Rollläden herunter, Handtücher in die Türritzen, Teppiche und Decken auf den Boden, Matratzen vom Boden auf Sofa oder Bettgestell, damit die Kälte nicht von unten kommt. Am Tag kurz stoßlüften, fünf Minuten, damit die Luft nicht feucht wird; feuchte Luft fühlt sich kälter an und lässt Wände schimmeln.

Wärme am Körper statt im Raum

Der zweite Grundsatz: Es ist leichter, Menschen warm zu halten als Räume. Ein Mensch in guter Kleidung und einem Schlafsack ist bei fünf Grad Raumtemperatur nicht in Gefahr; ein Mensch in Jeans und T-Shirt friert bei fünfzehn.

MaßnahmeWirkungHinweis
Kleidung in SchichtenDer größte Hebel; drei dünne Schichten wärmen mehr als eine dickeInnen Merino oder Kunstfaser, nie Baumwolle (speichert Schweiß und kühlt); Mütze auch drinnen, Wollsocken, Hausschuhe
Schlafsack statt BettdeckeEin Winterschlafsack hält bei 0 °C warm, eine Bettdecke nichtWer keinen hat: zwei Decken übereinander, eine untergeschlagen; Isomatte unter die Matratze gegen Bodenkälte
Warme Getränke und EssenDer Körper produziert Wärme aus Kalorien; Tee und Eintopf wärmen von innenAlle zwei Stunden etwas Warmes; Notkocher auf dem Balkon oder am offenen Fenster (siehe unten)
WärmflascheEine Wärmflasche im Schlafsack hält vier bis sechs StundenWasser vom Notkocher; Thermosflasche am Abend füllen, damit nachts nachgefüllt werden kann
HandwärmerWiederaufladbare oder Einmal-Handwärmer für Hände, Füße, JackentaschenElektrische Modelle an der Powerbank laden; Einmal-Wärmer halten 8 bis 12 Stunden und lagern jahrelang
BewegungZehn Minuten Treppensteigen oder Kniebeugen wärmen für eine StundeNicht bis zum Schwitzen; nasse Kleidung ist der Feind
ZusammenrückenZwei Personen unter einer Decke oder in einem Bett sind deutlich wärmer als eineFür Kinder und Säuglinge die wichtigste Maßnahme überhaupt
Die Nacht ist entscheidend. Tagsüber hält Bewegung warm, nachts nicht. Deshalb vor dem Schlafen: warm essen, Wärmflasche füllen, trockene Kleidung anziehen (tagsüber getragene Sachen sind leicht feucht), Mütze auf, Schlafsack oder doppelte Decke, und alle in einem Raum. Wer nachts friert, schläft nicht, und wer nicht schläft, macht am nächsten Tag Fehler.

Notheizung: Was in Innenräumen erlaubt ist und was tötet

Jeden Winter sterben in Deutschland Menschen, weil sie bei Kälte einen Grill, einen Gaskocher, einen Stromerzeuger oder einen Heizstrahler in einen geschlossenen Raum geholt haben. Nicht durch Feuer, sondern durch Kohlenmonoxid, das man weder sieht noch riecht noch schmeckt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung zählt für 2021 397 Todesfälle durch Kohlenmonoxid in Deutschland und rund 2.200 stationäre Krankenhausbehandlungen. Bevor irgendetwas mit Flamme in den Raum kommt, gilt die Tabelle — und danach das Kapitel darunter, das erklärt, warum die Unfälle fast immer nach demselben Muster ablaufen.

GerätInnenraumBedingungen
Katalytofen oder Gasheizstrahler mit Sauerstoffmangelsicherung (ODS)ZulässigNur Geräte mit ODS und Kippsicherung, Raum alle 30 Minuten lüften, nie im Schlaf, CO-Melder daneben, Gasflasche im selben Raum stehend, nicht im Keller lagern
Petroleumofen mit InnenraumzulassungZulässig mit EinschränkungNur geprüfte Geräte, nur mit Lampenöl/Petroleum in Reinqualität, gleiche Lüftungsregeln, riecht beim An- und Ausschalten
Kamin, Kaminofen, HolzofenZulässigDie beste Notheizung, wenn vorhanden; Klappe offen, Zug prüfen, Melder im Raum, Holzvorrat trocken
Kerzen, TeelichterZulässig, geringe WirkungZehn Teelichter geben etwa 300 Watt ab, so viel wie ein kleiner Heizlüfter; Brandgefahr ist das Problem, nie unbeaufsichtigt, nie unter Regalen, Löschdecke bereit; „Teelichtöfen“ aus Blumentöpfen bringen nichts zusätzlich
Gaskocher, Campingkocher als HeizungNeinZum Kochen kurz am offenen Fenster, nie als Dauerheizung; produziert CO und verbraucht in einer Stunde den Brennstoff von drei Tagen
Holzkohlegrill, EinweggrillNieTödlich in jedem geschlossenen Raum, auch in Garage, Keller, Flur, Zelt
StromerzeugerNieNur im Freien, mindestens fünf Meter vom Haus, Kabel nach innen
Heizlüfter, Infrarotheizung an der PowerstationZulässig, aber sinnlosEin 1.000-Watt-Heizlüfter leert eine 1.000-Wh-Powerstation in einer Stunde; Powerstationen sind für Licht, Handy, Router, Kühlschrank, nicht zum Heizen
Die eine Regel: Alles, was brennt, läuft nur unter Aufsicht, nur mit Lüftung, nie während jemand schläft, und daneben hängt ein CO-Melder. Wer keinen Melder hat, betreibt keine Notheizung in Innenräumen. Kopfschmerz, Übelkeit und Müdigkeit bei laufendem Gerät heißen: Gerät aus, Fenster auf, alle ins Freie, 112.

Warum Kohlenmonoxid so oft tödlich endet

Ein Fall aus dem Motorsport-Umfeld, den wir selbst miterlebt haben, zeigt das Muster: Ein Fahrer stellte sich abends bei Kälte einen Gasheizer in seinen Transporter, ließ das seitliche Schiebefenster offen stehen und legte sich schlafen. Er war vorher im Festzelt gewesen und hatte getrunken. Am Morgen war er tot. Das Fenster war die ganze Nacht offen — es hat trotzdem nicht gereicht. Das ist im Motorsport kein Einzelfall — es passiert an Rennwochenenden, auf Festivals und auf Campingplätzen jedes Jahr, und fast immer nach demselben Ablauf.

Vier Dinge kommen dabei zusammen. Jedes einzelne wird unterschätzt:

  • Ein offenes Fenster ist noch keine Lüftung. Entscheidend ist nicht, ob etwas offen steht, sondern ob Luft durchströmt. Dafür braucht es zwei gegenüberliegende Öffnungen und einen Druckunterschied. Eine einzelne Öffnung — ein gekipptes Fenster, ein offenes Schiebefenster, eine angelehnte Tür — tauscht bei Windstille fast nichts aus. In einem Transporter, einem Wohnwagen oder einem Zelt gibt es echte Querlüftung praktisch nie, und genau deshalb hilft dort auch ein weit offenes Fenster nicht.
  • Kohlenmonoxid warnt nicht. Es ist farblos, geruchlos und geschmacklos und bindet rund zweihundertmal stärker an den roten Blutfarbstoff als Sauerstoff. Die ersten Anzeichen — Kopfschmerz, Übelkeit, Schwindel, Müdigkeit — fühlen sich nicht nach Gefahr an, sondern nach einem langen Tag. Das ist das eigentlich Tückische: Das Gift greift die Urteilsfähigkeit an, bevor es den Körper lähmt. Betroffene bemerken die Symptome und ziehen trotzdem nicht den richtigen Schluss.
  • Alkohol und Schlaf machen daraus einen Todesfall. Wer getrunken hat, schläft tiefer und schiebt Kopfschmerz und Übelkeit auf den Abend. Und wer schläft, merkt ohnehin nichts. Die meisten Opfer wachen einfach nicht mehr auf.
  • Die Sauerstoffmangelsicherung ist kein Kohlenmonoxid-Schutz. Eine ODS schaltet das Gerät ab, wenn der Sauerstoffgehalt der Raumluft sinkt. Sie misst kein Kohlenmonoxid. Bei einem verschmutzten, falsch eingestellten oder schräg stehenden Brenner kann gefährlich viel CO entstehen, während der Sauerstoffgehalt noch unauffällig ist — die Sicherung löst dann nicht aus. Sie ist eine Mindestanforderung, keine Entwarnung.
Für Fahrzeug, Wohnwagen und Zelt gilt ausnahmslos: keine Gasheizung, kein Gaskocher, kein Grill, kein Stromerzeuger. Auch nicht kurz, auch nicht mit gekipptem Fenster, auch nicht mit Sauerstoffmangelsicherung. Wer im Kalten im Fahrzeug übernachtet, heizt mit Schlafsack, Isomatte, Mütze und trockener Kleidung — die Ausrüstung dafür steht weiter unten. Wer in einem Wohnmobil eine fest eingebaute, abgasgeführte Heizung nutzt, braucht zusätzlich einen CO-Melder nach EN 50291-2, der für Fahrzeuge und Boote geprüft ist; der normale Haushaltsmelder nach EN 50291-1 ist dafür nicht ausgelegt.
Erste Hilfe bei Verdacht: Gerät aus, wenn es gefahrlos erreichbar ist. Alle sofort ins Freie, auch wer sich gut fühlt. Fenster und Türen weit öffnen. 112 rufen und ausdrücklich Kohlenmonoxid nennen, damit die Einsatzkräfte mit Messgerät und Atemschutz anrücken. Nie allein in den Raum zurück, um jemanden zu holen — genau dabei sterben Helfer. Betroffene gehören ins Krankenhaus, auch wenn es ihnen nach frischer Luft besser geht: Kohlenmonoxid bleibt stundenlang im Blut, und Spätschäden am Herz und am Nervensystem treten oft erst Tage später auf.

Erst der CO-Melder, dann die Heizung

Die Reihenfolge ist keine Empfehlung, sondern eine Bedingung: Wer eine Notheizung mit Flamme anschafft, kauft zuerst den Melder. Er kostet 16 bis 30 Euro, also einen Bruchteil des Ofens, und er ist das einzige Bauteil im Raum, das Kohlenmonoxid überhaupt bemerken kann. Menschliche Sinne können es nicht, und die Sauerstoffmangelsicherung am Gerät misst es nicht.

Achtung, Verwechslungsgefahr beim Kauf: CO ist nicht CO2. Gesucht wird ein CO-Melder für Kohlenmonoxid. Im Handel gibt es daneben CO2-Messgeräte für Kohlendioxid — das sind Luftqualitätsanzeigen fürs Büro oder Klassenzimmer, die bei Kohlenmonoxid nicht anschlagen. Wer versehentlich ein CO2-Gerät kauft, hat ein Display, das beruhigend grün leuchtet, während der Raum sich mit Atemgift füllt. Auf der Packung muss „Kohlenmonoxid“ oder „CO“ stehen und die Norm EN 50291. Steht dort „CO2″, „Kohlendioxid“, „Luftqualität“ oder „ppm CO2″, ist es das falsche Gerät.
Wo der Melder hängt: ein bis drei Meter vom Gerät entfernt, auf Kopfhöhe im Sitzen oder Liegen — anders als ein Rauchmelder nicht an die Decke, weil Kohlenmonoxid sich fast genauso verteilt wie Luft. Nicht direkt über die Flamme, nicht in die Ecke, nicht hinter den Vorhang. Alle Details im Beitrag CO-Melder bei Stromausfall und Notkocher.

Der Katalytofen: die eine sinnvolle Anschaffung

Wer eine Notheizung für Innenräume anschaffen will, kommt beim Katalytofen (Gasheizstrahler mit Katalytplatte) an, und zwar aus drei Gründen: Er läuft mit einer 5- oder 11-Kilo-Propanflasche, die Jahre hält; er hat eine Sauerstoffmangelsicherung, die das Gerät abschaltet, bevor die Luft im Raum knapp wird; und er bringt 1,5 bis 4 Kilowatt, genug für einen Raum von 20 bis 40 Quadratmetern. Eine 11-Kilo-Flasche reicht auf kleiner Stufe für 60 bis 90 Stunden, also für eine Woche mit acht Stunden Heizen am Tag. Die Flasche steht im Gerät, nicht im Keller. Und das Gerät läuft ausschließlich, solange jemand wach im Raum ist, mit einem CO-Melder in Kopfhöhe daneben und mit richtiger Lüftung: alle 30 Minuten für drei bis fünf Minuten zwei gegenüberliegende Fenster weit auf. Ein dauerhaft gekipptes Fenster ersetzt das nicht. Nicht in Fahrzeugen, Wohnwagen, Zelten, Kellern oder Bädern betreiben.

Ein Katalytofen ohne CO-Melder ist eine halbe Anschaffung. Der Melder kostet 25 bis 40 Euro und gehört in denselben Einkauf, nicht auf die Liste für später. Er hängt oder steht ein bis drei Meter vom Gerät entfernt auf Kopf- beziehungsweise Liegehöhe — anders als ein Rauchmelder nicht an der Decke, weil Kohlenmonoxid sich fast genauso verteilt wie Luft. Worauf beim Melder zu achten ist, steht im Beitrag CO-Melder bei Stromausfall und Notkocher, sechs konkrete Geräte im CO-Melder-Vergleich.

Was ohne Heizung warm hält: die Ausrüstung

Wer keine Notheizung will, kommt mit Textilien und Wärme am Körper durch. Die Liste für einen Vier-Personen-Haushalt kostet unter 200 Euro und liegt im Alltag ohnehin herum: ein Winterschlafsack oder zwei Wolldecken pro Person, eine Isomatte pro Schlafplatz, Wollsocken, Mützen, Merino-Unterwäsche, eine Wärmflasche pro Person, Handwärmer, eine Thermoskanne, dazu Kerzen mit Löschdecke und die Powerbank für Licht. Zwei Produkte, die den Unterschied machen:

Rohre, Wasser und die Rückkehr des Stroms

Zwei Dinge werden bei Kälte in der Wohnung vergessen. Erstens die Wasserrohre: Fällt die Temperatur in Keller oder Außenwänden unter null, frieren Leitungen ein und platzen beim Auftauen. Bei länger als 48 Stunden Frost ohne Heizung: Hauptabsperrhahn schließen, Leitungen an der tiefsten Stelle entleeren, Toiletten spülen und ein wenig Frostschutz oder Salz in die Siphons. Zweitens die Rückkehr des Stroms: Herd, Backofen, Bügeleisen, Heizlüfter und Kaffeemaschine, die beim Ausfall eingeschaltet waren, laufen dann unbeaufsichtigt an. Deshalb alle Geräte ausschalten, nur eine Lampe anlassen, damit man die Rückkehr bemerkt.

Typische Fehler vermeiden

  • Die ganze Wohnung heizen wollen. Ein Raum, alle Türen zu, der Rest bleibt kalt.
  • Grill oder Kocher als Heizung. Die häufigste Todesursache bei Stromausfall im Winter. Nie.
  • Baumwolle am Körper. Sie speichert Schweiß und kühlt aus. Wolle oder Kunstfaser als erste Schicht.
  • Auf dem Boden schlafen. Der Boden zieht mehr Wärme ab als die Luft. Isomatte, Matratze, Sofa.
  • Nicht lüften. Vier Menschen produzieren nachts zwei Liter Feuchtigkeit; feuchte Luft fühlt sich kälter an. Morgens fünf Minuten Stoßlüften.
  • Gasflasche im Keller lagern. Propan ist schwerer als Luft und sammelt sich unten. Flasche im Gerät oder auf dem Balkon.

Häufige Fragen

Wie lange bleibt eine Wohnung bei Stromausfall im Winter warm?

Ein ungedämmter Altbau verliert etwa ein Grad pro Stunde und hat nach 24 Stunden bei Frost draußen um die sieben Grad; ein gedämmter Neubau mit Nachbarwohnungen hält nach einem Tag noch rund fünfzehn Grad. In den ersten sechs Stunden passiert wenig; diese Zeit nutzt man, um einen Raum vorzubereiten.

Darf man einen Gasheizstrahler in der Wohnung benutzen?

Nur Geräte mit Sauerstoffmangelsicherung (ODS) und Kippsicherung, also Katalytöfen und geprüfte Gasheizstrahler für Innenräume, und nur unter Aufsicht, mit halbstündlicher Lüftung, nie im Schlaf und mit einem CO-Melder im Raum. Gaskocher, Grills und Stromerzeuger sind als Heizung in Innenräumen lebensgefährlich.

Darf ich im Auto, Wohnwagen oder Zelt mit Gas heizen?

Nein, unter keinen Umständen. Gasheizer, Gaskocher, Grills und Stromerzeuger gehören in kein Fahrzeug, kein Zelt und keinen Wohnwagen — auch nicht kurz, auch nicht mit gekipptem Fenster und auch nicht mit Sauerstoffmangelsicherung. Auch ein weit offenes Fenster reicht nicht: Luft muss durchströmen, und dafür braucht es zwei gegenüberliegende Öffnungen, die es im Fahrzeug nicht gibt. Kohlenmonoxid ist dabei geruchlos — wer schläft oder getrunken hat, wacht nicht mehr auf. Im Kalten übernachtet man mit Schlafsack, Isomatte, Mütze und trockener Kleidung.

Wärmen Teelichtöfen aus Blumentöpfen wirklich?

Nein, nicht mehr als die Kerzen allein. Zehn Teelichter geben etwa 300 Watt ab, egal ob ein Tontopf darüber steht. Die Konstruktion erhöht nur die Brandgefahr, weil sich die Kerzen gegenseitig aufheizen und das Wachs entzünden kann.

Was ist die wichtigste Maßnahme gegen Kälte ohne Heizung?

Alle in einen kleinen Raum mit wenig Außenwand ziehen, Fenster mit Decken abhängen, Türen schließen und Wärme am Körper halten: Kleidung in Schichten mit Wolle oder Kunstfaser innen, Mütze, Schlafsack oder doppelte Decke, Wärmflasche, warme Getränke alle zwei Stunden.

Wie schütze ich die Wasserleitungen vor dem Einfrieren?

Wenn es länger als zwei Tage in Keller und Außenwänden unter null Grad bleibt: Hauptabsperrhahn schließen, Leitungen am tiefsten Punkt entleeren, Toiletten spülen und etwas Frostschutz oder Salz in die Siphons geben. Nach der Rückkehr des Stroms langsam wieder befüllen und auf Leckagen prüfen.

Fazit

Eine Wohnung ohne Heizung ist im Winter nach zwei Tagen kalt, aber mit einem Raum, Decken vor den Fenstern, Kleidung in Schichten, Schlafsäcken, Wärmflaschen und warmem Essen vom Notkocher kommt eine Familie eine Woche gut durch. Wer mehr will, kauft einen Katalytofen mit Sauerstoffmangelsicherung, eine 11-Kilo-Flasche und einen CO-Melder, und betreibt alles drei nach den Regeln in diesem Ratgeber. Was nie in die Wohnung kommt, sind Grill, Stromerzeuger und der Gaskocher als Heizung. Wie der Rest der Vorsorge aussieht, zeigen der Stromausfall-Ratgeber, der Notkocher-Ratgeber und der Vorratsrechner für Wasser und Lebensmittel.

Fachquellen und weiterführende Hinweise

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