Frau übt das Entfalten einer Löschdecke in sicherer Küche
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Löschdecke, Feuerlöscher und CO-Melder: Brandschutz für Küche, Notkocher und Stromausfall

Wie dieses Projekt und seine Beitragsbilder entstehen

Brandschutz gehört in jede Krisenvorsorge, und zwar vor dem Kocher, nicht danach. Bei Stromausfall brennen Kerzen, laufen Gaskocher und Grills, und die Feuerwehr braucht länger oder kommt gar nicht. Genau dann sind drei Dinge entscheidend: eine Löschdecke, ein kleiner Feuerlöscher und ein Kohlenmonoxid-Warnmelder. Dieser Ratgeber erklärt, was die Löschdecke kann und was nicht (die Unfallversicherung stuft sie inzwischen deutlich enger ein als früher), welcher Feuerlöscher für den Haushalt passt, warum ein CO-Melder das wichtigste Gerät ist, sobald in der Wohnung irgendetwas verbrennt, und wo alles hängt, damit es im Ernstfall in Sekunden erreichbar ist.

Kurzfassung für Eilige

  • Löschdecke: für kleine Entstehungsbrände von Gegenständen (Papierkorb, Kerze, Kocher). Nicht für brennende Personen und nur bedingt für Fettbrände, so die Bewertung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).
  • Fettbrand: Deckel drauf, Herd aus, niemals Wasser. Für die Küche ist ein Fettbrandlöscher (Klasse F) oder ein 2-Liter-Schaumlöscher besser als die Decke.
  • Feuerlöscher: ein 6-Liter-Schaumlöscher (Klasse A/B) für Wohnung oder Haus, alle zwei Jahre prüfen lassen.
  • CO-Melder: Pflichtgerät, sobald Gaskocher, Kamin, Gastherme, Grill oder Notstromaggregat im oder am Haus laufen. 30 Euro, zehn Jahre Batterie.
  • Rauchmelder: in allen Bundesländern Pflicht in Schlaf- und Kinderzimmern und Fluren. Batterie prüfen.

Was eine Löschdecke kann, und was nicht

Eine Löschdecke aus Glasfasergewebe erstickt kleine Brände, indem sie den Sauerstoff abschneidet. Das funktioniert bei einem brennenden Papierkorb, einer umgekippten Kerze, einem Adventskranz, einem Kocher, der überläuft, oder einem kleinen Elektrogerät. Herausziehen, Hände in die Laschen, Decke zwischen sich und den Brand halten, von vorne nach hinten über den Brandherd legen, Energiequelle abstellen, Decke liegen lassen, bis alles kalt ist.

Zwei Einsätze, für die Löschdecken lange empfohlen wurden: Die DGUV (Fachbereich Feuerwehren) stuft Löschdecken für brennende Personen als ungeeignet und gefährlich ein, weil das Andrücken der Decke brennende Kleidung auf die Haut presst und Verbrennungen verschlimmert; auch der Deutsche Feuerwehrverband betont, dass schnelles Handeln mit dem, was da ist, wichtiger ist als die Suche nach einer Decke. Bei Fettbränden gilt: Löschdecken nach DIN EN 1869 sind nur für Haushaltspfannen und Fritteusen bis 3 Liter geprüft; in DGUV-Versuchen mit größeren Mengen schlugen die Flammen durch das Gewebe. Fett über 300 Grad entzündet sich zudem beim Aufdecken neu. Stattdessen: Fettbrand mit Deckel oder Backblech abdecken und Herd aus; brennende Person mit Feuerlöscher (auch Schaum, aus Abstand) oder am Boden wälzen und mit Wasser ablöschen.

Bleibt die Löschdecke sinnvoll? Ja, als das schnellste Mittel gegen kleine Brände, das jeder ohne Übung bedienen kann, und als Schutz beim Verlassen eines verrauchten Raums. Wer nur ein Löschmittel kauft, sollte aber den Feuerlöscher nehmen.

Der Standort entscheidet

Löschdecke und Feuerlöscher gehören sichtbar an den Fluchtweg, nicht an die mögliche Brandstelle. Also nicht über dem Herd, sondern an der Küchentür; nicht neben dem Kamin, sondern im Flur davor. Niemand soll durch Flammen greifen müssen. Für Notkocher gilt dasselbe: Wer draußen kocht, legt die Decke daneben, siehe Notkocher für Stromausfall. Alle Erwachsenen im Haushalt sollten einmal ohne Feuer geübt haben, wie die Decke aus der Hülle kommt und wie der Löscher entsichert wird. Das dauert zwei Minuten und entscheidet im Ernstfall über zehn Sekunden.

Welcher Feuerlöscher für den Haushalt?

TypBrandklassenGeeignet fürNachteil
Schaumlöscher 6 lA (feste Stoffe), B (Flüssigkeiten)Wohnung, Haus, Garage, Kamin, Kocher; geringer FolgeschadenNicht für Fettbrand (außer als F gekennzeichnet), frostempfindlich, 9 kg schwer
Fettbrandlöscher 2 lA, F (Speisefette)Küche, Fritteuse, PfanneKlein, nur für die Küche
Pulverlöscher 6 kgA, B, C (Gas)Werkstatt, Garage, AutoPulver dringt in alles ein, Wohnung danach oft unbewohnbar
LöschsprayA, B, FErgänzung, Auto, CampingNur 5 bis 10 Sekunden Löschzeit

Für den normalen Haushalt: ein 6-Liter-Schaumlöscher im Flur und ein kleiner Fettbrandlöscher oder ein Löschspray in der Küche. Löscher alle zwei Jahre vom Fachbetrieb prüfen lassen (Pflicht nur gewerblich, aber sinnvoll), nach 20 Jahren austauschen.

Kohlenmonoxid: die unsichtbare Gefahr bei Stromausfall

Kohlenmonoxid entsteht bei jeder unvollständigen Verbrennung: Gaskocher, Gastherme, Kamin, Holzofen, Grill, Heizpilz, Notstromaggregat, Auto in der Garage. Es ist geruchlos, farblos, und schon 200 ppm verursachen nach zwei Stunden Kopfschmerzen und Schwindel, 800 ppm nach 45 Minuten Bewusstlosigkeit. Bei jedem längeren Stromausfall der letzten Jahre gab es Todesfälle, weil Menschen mit Grill oder Aggregat in der Wohnung geheizt oder gekocht haben. Ein CO-Warnmelder kostet 30 Euro, hält zehn Jahre und schlägt Alarm, lange bevor es gefährlich wird.

Montage:
  • In jedem Raum mit Verbrennungsgerät und in Schlafräumen, wenn dort eine Therme oder ein Ofen steht oder ein Raum daneben liegt.
  • Ein bis drei Meter vom Gerät entfernt, in Atemhöhe (Kohlenmonoxid mischt sich mit Luft, es sammelt sich nicht am Boden).
  • Nicht direkt neben Fenster, Lüftung oder Dunstabzug, nicht in Nischen, nicht hinter Vorhängen.
  • Bei Notkocher am offenen Fenster: Melder im Raum mitlaufen lassen, Alarm heißt sofort raus, Fenster auf, Gerät aus.
  • Norm EN 50291 auf der Packung, Testknopf monatlich drücken.

Empfehlungen

Brandschutz speziell bei Stromausfall

  1. Kerzen nur in standfesten Gläsern, nie unbeaufsichtigt, nie neben Vorhängen, nie im Kinderzimmer. LED-Lichter sind sicherer, siehe Notbeleuchtung bei Stromausfall.
  2. Kein Grill, kein Aggregat, kein Heizpilz in Wohnung, Keller oder Garage. Auch nicht bei offenem Fenster.
  3. Gaskocher nur draußen; wenn es gar nicht anders geht, kurz, am weit offenen Fenster, mit CO-Melder im Raum und Löschdecke daneben.
  4. Elektrogeräte ausschalten, die beim Stromausfall liefen (Herd, Bügeleisen, Heizlüfter). Wenn der Strom zurückkommt, laufen sie sonst unbeaufsichtigt weiter, das ist eine häufige Brandursache nach Ausfällen.
  5. Fluchtweg frei halten, Taschenlampe an jedem Bett, Rauchmelderbatterien prüfen.

Typische Fehler

  • Löschdecke über dem Herd. Beim Herdbrand unerreichbar.
  • Wasser auf Fettbrand. Ergibt eine Stichflamme bis zur Decke. Deckel drauf.
  • Feuerlöscher im Keller. Bis er oben ist, brennt der Raum.
  • CO-Melder am Boden oder neben dem Fenster. Misst dann nichts Brauchbares.
  • Nie geübt. Die Laschen der Löschdecke und der Sicherungsstift am Löscher kosten unter Stress wertvolle Sekunden.
  • Nach dem Löschen aufdecken. Decke liegen lassen, bis alles kalt ist, sonst flammt es neu auf.

Häufige Fragen

Ist eine Löschdecke für Fettbrände geeignet?

Nur bedingt. Löschdecken nach DIN EN 1869 sind für Haushaltspfannen bis 3 Liter geprüft; bei größeren Mengen schlagen die Flammen laut DGUV-Versuchen durch, und Fett über 300 Grad entzündet sich beim Aufdecken neu. Beim Fettbrand: Deckel oder Backblech drauf, Herd aus, kein Wasser, im Zweifel Fettbrandlöscher der Klasse F.

Wo sollte ein CO-Melder angebracht werden?

In jedem Raum mit Verbrennungsgerät (Gastherme, Kamin, Ofen, Gasherd), ein bis drei Meter vom Gerät entfernt in Atemhöhe, nicht neben Fenster, Lüftung oder in Nischen. Zusätzlich in Schlafräumen, wenn dort oder daneben ein Verbrennungsgerät steht.

Welcher Feuerlöscher ist für die Wohnung am besten?

Ein 6-Liter-Schaumlöscher der Brandklassen A und B im Flur, dazu in der Küche ein Fettbrandlöscher (Klasse F) oder ein Löschspray. Pulverlöscher hinterlassen in Wohnungen enorme Folgeschäden und gehören in Garage und Werkstatt.

Brauche ich bei Stromausfall einen CO-Melder?

Ja, sobald irgendetwas in der Wohnung verbrennt: Gaskocher, Kamin, Ofen, Kerzen in Menge, Gastherme. Bei jedem längeren Stromausfall der letzten Jahre gab es Todesfälle durch Kohlenmonoxid aus Grills und Notstromaggregaten in Innenräumen.

Wie lange hält eine Löschdecke, wie lange ein Feuerlöscher?

Eine ungebrauchte Löschdecke praktisch unbegrenzt, nach jedem Einsatz ersetzen. Feuerlöscher alle zwei Jahre prüfen lassen und nach etwa 20 Jahren austauschen. CO-Melder mit fester Batterie nach zehn Jahren komplett ersetzen.

Fazit

Für unter 100 Euro ist ein Haushalt gegen die häufigsten Brand- und Vergiftungsgefahren gerüstet: CO-Melder, Schaumlöscher, Löschdecke, alle drei am richtigen Platz und einmal in der Hand gehabt. In der Krisenvorsorge steht das vor jedem Kocher und jeder Kerze. Wie der Brandschutz in den Gesamtplan passt, zeigt der Stromausfall-Ratgeber; was beim Kochen ohne Strom zu beachten ist, der Ratgeber zum Notkocher.

Weiterführende Ratgeber auf Survival Viking

Fachquellen und weiterführende Hinweise

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